Bürger offen für Dorferneuerung – Gut besuchte Informationsveranstaltung in Obermögersheim

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Obermoegersheim

Hervorragend besucht war die Informationsveranstaltung zur Dorferneuerung in Obermögersheim. Nach einer sachlichen Diskussion beschloss die Versammlung einstimmig eine weitere Maßnahme nach der ersten Dorferneuerung vor 34 Jahren. Die im letzten Jahr aufgeschobenen Wegebauarbeiten werden zeitnah erledigt und auch die Verbindungsstraße nach Stetten noch in diesem Jahr saniert.

Stadtratsmitglied und Ortssprecher Achim Schlicker hatte im Rahmen des monatlich stattfindenden Ausspracheabends das Thema „Informationen zur Dorferneuerung“ auf die Tagesordnung gesetzt. Das Interesse an dem seit etwa einem Jahr diskutierten Projekt ist groß, wie die stattliche Besucherzahl zeigt. Bürgermeister Günther Babel gab einen Überblick von den allgemeinen Voraussetzungen bis hin zum Verfahren selbst. So stellte das Gemeindeoberhaupt zu Beginn fest, dass für ihn und den Stadtrat eine aktive Beteiligung der Obermögersheimer Bürger an der Projektplanung oberste Priorität habe. Kurz umriss er die in Obermögersheimer getätigten Investitionen der vergangenen Jahre wie etwa den Neubau des Kindergartens, den neuen Kinderspielplatz oder die Ausweisung mit Erschließung eines neuen Baugebiets.

Die Dorferneuerung selbst, soll laut Babel der nachhaltigen Verbesserung der Lebens-, Wohn-, Arbeits- und Umweltverhältnissen im ländlichen Raum dienen. Standen in den 1970er und 80er Jahren vor allem die Erhaltung und Weiterentwicklung der Infrastruktur und der Bausubstanz im Vordergrund, so sehen sich die Gemeinden heute vor einer dreifachen Herausforderung. Sie müssen die infrastrukturellen, wirtschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen für das Leben im Dorf schaffen, den Gemeinschaftsgeist erhalten oder wieder neu beleben sowie eine Strategie erarbeiten, die eine zukunftsträchtige Entwicklung von Dorf und Gemeinde sichert.

Für die Innenentwicklung eines Dorfes gebe es aber keine Patentrezepte, so dass auch die Obermögersheimer Bürgerschaft im Fall einer Dorferneuerungsmaßnahme Probleme aufzeigen und an Lösungsmodellen mitarbeiten müssten. Gefördert werden gemeinschaftliche und öffentliche Maßnahmen (z.B. Straßen- und Wegebau, Gehsteige) und Anlagen (z.B. Dorfplatz) aber auch private Vorhaben (z.B. Hofraumgestaltungen). Die Zuschüsse für öffentliche Maßnahmen liegen in der Regel bei bis zu 60 % der förderfähigen Kosten. Die Höhe der Förderung richte sich nach der Finanzkraft der Stadt Wassertrüdingen über die letzten drei Jahre und der demographischen Entwicklung. Für private Maßnahmen gibt es meist bis zu 30 % der Kosten, wobei Prozentsatz und Förderhöchstsumme je nach Art der Maßnahme festgesetzt werden und der Antrag von jedem Einzelnen ausgehen muss. Auch die Stadt finanziert die Projekte mit. Zudem stellen EU, Bund und Freistaat Mittel bereit.

Die Zeitschiene sieht vor, dass nach der Zustimmung durch die Bürger nun der Stadtrat die Maßnahme beschließen muss, damit die Verwaltung das Verfahren beim Amt für ländliche Entwicklung beantragen kann. Dabei bedeutet die Antragstellung noch keinerlei Verpflichtung, erläuterte Babel. Wenn nötig, könne sie auch zeitlich nach hinten verschoben werden

Im Zuge der anschließenden Diskussion brachten die Bürger Befürchtungen vor, dass die Stadt Straßen- und Wegebaumaßnahmen auf die Zeit einer eventuellen Dorferneuerung hinausgeschoben könnte. Bürgermeister Babel sicherte zu, dass die Kommune ihre Aufgaben weiterhin zeitnah erledigen werde. In diesem Zusammenhang gab er bekannt, dass die im letzten Jahr aufgrund personeller Engpässe im städtischen Bauhof aufgeschobenen Straßen- und Wegebauarbeiten in Obermögersheim im Frühjahr angegangen würden. Anfallende Kosten für Arbeiten in den Bereichen „Wasser“ und „Kanal“ würden zudem weiterhin über die Gebühren gedeckt. Und auch Arbeiten kirchlichen Gebäuden werden nicht aus dem Dorferneuerungstopf finanziert.

Nachdem es keine weiteren Wortmeldungen gab, votierten die Anwesenden einstimmig für die Beantragung der Dorferneuerung in Obermögersheim durch die Stadt Wassertrüdingen.

Das herbstliche Bild zeigt im Hintergrund das neue Baugebiet, auf dem bereits ein Haus gebaut wurde.

 

This article was written by Hermann Walther

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