St. Martin und St. Anna in Obermögersheim

Die Obermögersheimer Kirche: St. Martin

Die Obermögersheimer Kirche St. Martin ist mit Sicherheit eine der ältesten Kirchen in der Region Hesselberg. Vermutlich stand sie schon vor 800 im Zusammeng mit einem daneben liegenden Königshof.

Von allen Seiten gut sichtbar grüßt die auf einer Anhöhe gelegene Kirche am südlichen Dorfrand ihre Besucher schon von Ferne. Die umfriedende Mauer um den Kirchhof kann man sich unschwer für eine Kirchenburg wesentlich höher und kräftiger vorstellen. Die Mauern der Kirche sind über 2 m dick und der Turm wird am Wochenende nachts hell erleuchtet.

Sucht man nach dem Urpsung von St. Martin, so weißen einige Indizien darauf hin, dass bereits um 700 eine kleine Holzkirche in Obermögersheim erbaut wurde. Ein erster Anbau mit Apsis, errichtet nach dem 7. Jahrhundert aus Stein, konnte ebenfalls durch archäologische Untersuchungen festgestellt werden. Eine Urkunde aus dem Jahr 1058 zeugt darüber hinaus von der Weihe einer Kirche, die Bischof Gundekar II. von Eichstätt errichten ließ. Aus dem Jahr 1190 ist eine erneute Weihe durch Bischof Otto bestätigt. Vermutlich stammt aus dieser Zeit auch der massive quadratische Turm.

Eine Tafel über dem Eingang weißt auf die Errichtung des heutigen Kirchenschiffs im Jahr 1490 hin. Nach diesem Neubau – der einen Stock höher war als das alte Kirchenschiff – wurde die Inneneinrichtung angegangen: Zu Füßen am Fresko des großen Christopherus an der Südseite ist die Jahreszahl 1497 zu erkennen. Erwähnenswert ist die Legende des Sebastian gleich daneben und im Altarraum der Schmerzensmann mit den Marterwerkzeugen Christi über dem Sakramentshäuschen.

Der spätgotische Flügelaltar (Künstler unbekannt) aus der Zeit um 1500 verehrt St. Martin und die beiden Heiligen Georg und Margaretha. Er steht im Kirchenraum und die geschnitzten und mit viel Gold verzierten Figuren werden überthront von der auferstandenen Christusfigur. Direkt vor dem Altarstein befindet sich zudem der nicht mehr zugängliche Eingang zu einer Gruft.

Wer auf den 55 m hohen Turm steigt, kommt zur Glockenstube, in der 3 Glocken hängen. Die ersten Beiden aus dem frühen 14. Jahrhundert und die dritte seit 2008. Bei der 950-Jahrfeier der urkundlich ersten Kirchenweihe wurde die letzte Glocke als Beitrag unserer Zeit ergänzt.

Die Obermögersheimer Kirche: St. Anna

Obermögersheim ist ein Dorf mit zwei Kirchen. Für die Gegend um den Hesselberg zwar nicht ungewöhnlich, aber für Besucher immer wieder erstaunlich.

Die Anna-Kirche im Zentrum des Dorfes ist die Pfarrkirche und eigentliche Hauptkirche der Gemeinde. Ihre nachweisbare Geschichte geht bis in das 15. Jahrhundert zurück, als vom Bistum Eichstätt eine Kapelle mit Kaplan gestiftet wurde. Seine Aufgabe war es vor der Einführung der Reformation für die Verstorbenen regelmäßige Seelenmesen zu lesen. Doch weder der wechselnde Adel in Obermögersheim, noch die Gemeinde selbst hatte zu dieser Zeit eine tiefere Beziehung zu dieser Anna-Kapelle, denn die Einwohner versammelten sich zum Gottesdienst lieber in St. Martin.

Für die Kirchengemeinde begann die Geschichte von St. Anna daher erst nach dem 30-jährigen Krieg. Das Pfarrhaus bei St. Martin war zerstört und der Pfarrer zog ins Kaplanhaus um (der Kaplan ist nach reformatorischer Lehre nicht mehr nötg). Weil der Weg für Pfarrer zu St. Anna seitdem näher war, wurde die Kapelle zum Gotteshaus.

Mitte des 18. Jahrhunderts – als beide Kirchen ruinös waren – wurde sich daher auch entschlossen St. Martin aufzugeben und St. Anna zu renovieren. An den alten, aber aufgestockten Turm wurde im Stil des Rationalismus nach Norden eine Saalkirche errichtet. Das Kirchenschiff ist seitdem ca. 22 m lang und 13 m breit und fasst max. 400 Personen. Unter der Nordempore finden sich zwei Fenster, die zu zwei Logen gehören. Der Taufstein stammt aus dem Jahr 1835. Das ovale Muschelbecken wird durch einen Deckel mit Engelsköpfen und Heilig-Geist-Tauben geschlossen. Darüber befindet sich ein Hängeleuchter aus Messing von 1879. Die Steinmeier-Orgel hat seit 1861 ihren Platz zwischen der Gemeinde. Die Glocken auf dem Turm ergeben den Dreiklang f´-a´-c´, wobei die beiden großen Glocken nach der Zwangsabnahme im zweiten Weltkrieg 1950 neu gegossen wurden. Die kleine Glocke (1853) blieb erhalten. Architektonisch interessant ist zudem ein kleines Kielbogenfenster im Osten und ein Wappenstein auf der anderen Seite.

Seit 2007 befindet sich auch wieder das Bild „Das letzte Abendmahl“ des italientischen Künstlers Jacopo Amigoni über dem Altar. Das Gemälde ist eine staatliche Leihgabe, das bereits im 20. Jahrhundert bereits in Obermögersheim ausgelagert war. Der Künstler war zuletzt Hofmaler in Madrid und seine Werke hängen heute in London, Florenz, München und Obermögersheim.

Sonstige Informationen
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Kurzinformationen
  • Gemeinde (seit 1972): Wassertrüdingen
  • Landkreis: Ansbach
  • Postleitzahl: 91717
  • Telefon-Vorwahl: 09836/...
  • Einwohner: 536 (2010)
  • Höhenlage: 456-479 m.ü.NN
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Willkommen in Obermögersheim
Eingebettet in eine hügelige Landschaft mit Blick auf den Heiligen Berg der Franken ist dieses schöne Dorf seit 1972 in die Stadt Wassertrüdingen eingemeindet und bildet hier seit einigen Jahren auch die größte Gemeinde mit über 500 Einwohnern.
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